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Ostseepipeline von Russland nach Deutschland: Betroffen sind auch die Länder Finnland, Schweden, Dänemark, Polen, Litauen, Lettland und Estland

Ostsee-News vom 23. April 2010 (ur). Dass der WWF Deutschland im Genehmigungsverfahren zur Umweltverträglichkeit der Ostsee-Pipeline "vor einer falschen Bewertung der ökologischen Risiken" gewarnt hat, berichteten wir im Mai 2009. Gleiches gilt für die kritische Stellungnahme des WWF zur Ostsee-Pipeline im Dezember 2009. Infos zur aktuellen WWF- und BUND-Bewertung des begonnenen Baus der Ostsee-Pipeline, die auch für den Urlaub an der Ostsee eine große Bedeutung besitzt, erhalten Sie weiter unten auf dieser Seite in den ausführlichen News für den Urlaub an der Ostsee.

 

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auf der Ostsee und an der Ostseeküste. Was veränderte sich oder wird gerade geplant? Was hat sich ereignet? Wie sieht es an der Ostsee aus?

© Fotos und Texte: Kreidefelsen GbR, Redaktion: Wolfgang Urban (ur)

23. April 2010 Haltung des WWF und BUND zum Bau der Ostsee-Pipeline
von Russland nach Deutschland, von der auch die Länder Finnland, Schweden, Dänemark, Polen, Litauen, Lettland und Estland betroffen sind.

Ostsee / Deutschland, Russland, Dänemark, Finnland, Schweden, Estland, Lettland, Litauen (ur): Der WWF Deutschland teilte uns heute mit:

Die Gaspipeline durch die Ostsee wird wesentlich umweltverträglicher gebaut als ursprünglich geplant. Die Umweltorganisationen BUND und WWF konnten eine Reihe von entscheidenden ökologischen Nachbesserungen gegenüber der Nord Stream AG durchsetzen. Die Betreiber garantieren, zusätzliche Naturschutzmaßnahmen beim Bau der Erdgasleitung umzusetzen. Dazu gehört u.a. die Änderung des Baggerkonzeptes. Zudem werden die Gelder für Kompensationsmaßnahmen für Naturschutz und deren Unterhaltung um mehr als zehn Millionen Euro aufgestockt. Im Gegenzug stellen BUND und WWF die Rechtsverfahren gegen den Planfeststellungsbeschluss ein und verzichten damit auf einen möglichen Baustopp.

"Die Einigung ist ein bahnbrechender Erfolg für den Schutz der Ostsee", freut sich Jochen Lamp, Leiter des Ostseebüros des WWF Deutschland. Die Umweltverbände konnten Nord Stream dazu verpflichten, die Eingriffe in den Greifswalder Bodden beim Bau der Pipeline erheblich zu mindern. So wird der schlickreiche Mergelboden nun nicht mehr ins Meer gekippt, sondern an Land gebracht oder als Baumaterial verwendet. Dadurch wird eine unnötige Wasserverschmutzung vermieden, die ein Absterben von Meereslebewesen zur Folge gehabt hätte. Dies kommt unter anderem dem Heringslaich zugute. Zudem schloss das Unternehmen einen Vertrag mit den Fischern ab: Die Fangzeit für Heringe im Greifswalder Bodden wird im kommenden Jahr in der Laichzeit um zehn Tage verkürzt.

Nord Stream wird außer den von den Behörden geforderten Auflagen zusätzliche Naturschutzmaßnahmen in der Ostsee in Höhe von zehn Millionen Euro realisieren. Darüber hinaus wird das Unternehmen finanzielle Mittel zur Behebung von bisher nicht vorhersehbaren Umweltfolgen der Pipeline als Garantieleistung bereitstellen. Es sollen bis zu 1.000 Hektar Naturschutzflächen geschaffen werden, um die durch den Bau entstandenen Schäden auszugleichen. Nord Stream übernimmt für 35 Jahre die Unterhaltskosten für diese Fläche.

Mit Hilfe der zusätzlichen Finanzmittel können nun ohne Zeitdruck Naturschutzprojekte in den Ostsee-Lebensräumen entwickelt und umgesetzt werden. Das betrifft u.a. Maßnahmen, um die Sauerstoffknappheit in dem ohnehin belasteten Meer zu verbessern. Ins Auge gefasst ist z.B. die Schaffung großer Feuchtgebiete in Küstennähe. In Frage kommt auch die Verlegung von Deichen, um Platz für überflutete Salzwiesen zu schaffen.

WWF und BUND sind insgesamt mit den Nachbesserungen zufrieden, Corinna Cwielag, Geschäftsführerin des BUND Mecklenburg-Vorpommern sagte: "Wir haben ein Vielfaches von dem für den Ostseeschutz erreicht, was die Behörden durchsetzen konnten oder wollten. Wir haben die Genehmigung des Bergamtes, die nur einen 40prozentigen Ausgleich der Schäden vorsah, revidiert - damit haben wir das Hauptziel unserer Klage erreicht." Eberhard Brandes, Vorstand des WWF Deutschland sprach von einem, "historischen Ergebnis". Man habe der Natur am Meeresgrund erstmals einen für Investoren spürbaren materiellen Wert gegeben und die Eingriffe in die Meeresnatur mit Kosten belegt. Das werde weltweit Maßstäbe für die Zukunft setzen.

News von der Ostsee und der Ostseeküste
Informationen für den Urlaub an der Ostsee an: Mailadresse.

 

Vorangegangene News von www.kreidefelsen.de zur Ostsee-Pipeline:

15. März 2008 Gaspipeline von Wyborg in Russland durch die Ostsee nach Lubmin führt auch zu Veränderungen im Fährhafen Sassnitz-Mukran

7. Mai 2009 Nord Stream-Pipeline zwischen Wyborg in Russland und
Lubmin bei Greifswald: Gaspipeline durch die Ostsee JA oder NEIN?

25. Juni 2009 Ostseepipeline JA oder NEIN? WWF Deutschland:
"Nord Stream muss Umweltbelastungen ausgleichen". Betroffen von der Nord Stream-Pipeline sind nicht nur Deutschland und Russland, sondern auch Finnland, Schweden, Dänemark, Polen, Litauen, Lettland und Estland
.

10. November 2009 Baubeginn der Ostsee-Pipeline von Russland nach Deutschland wahrscheinlich 2010 : Betroffen sind auch die Ostseeländer
Finnland, Schweden, Dänemark, Polen, Litauen, Lettland und Estland

22. Dezember 2009 Ostsee-Pipeline: Forderungen des WWF angesichts
einer erteilten Genehmigung für den Bau der Nordstream-Gas-Pipeline

Sobald eine weitere News von uns zur Ostseepipeline erscheint,
wird das folgende Wort zum Link zu dieser News: Ostseepipeline

 

 

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