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Dorsch, Hering, Sprotte: Kürzungen der Fangquote in der Ostsee

Die Kürzungen für die deutsche Fischerei insgesamt in der westlichen Ostsee betragen demnach beim Dorsch 28 % (von 5.697 auf 4.102 Tonnen), bei der Scholle 15 % (von 300 auf 255 Tonnen), beim Hering 10 % (von 27.310 auf 24.579 Tonnen) und bei der Sprotte 5 % (von 28.372 auf 26.997 Tonnen). Zudem wurde die Zahl der Seetage (gleich Fangtage) in der westlichen Ostsee von derzeit 248 auf nur noch 223 im nächsten Jahr gekürzt. Auch an den in der östlichen Ostsee gekürzten Fangquoten hat die deutsche Fischerei Anteile.

Weil Quoten zunächst nur Fangmöglichkeiten eröffnen und erheblich von den tatsächlichen Fängen abweichen können, lassen sich die möglichen Folgen einer Quotenkürzung am ehesten durch Anrechnung auf die Realfänge und -erlöse des Vorjahres prognostizieren. Dem folgend würden die Kutter- und Küstenfischer Mecklenburg-Vorpommerns allein bei den beiden Hauptfischarten Dorsch und Hering 2008 Einbußen von rund 1 Mio. bzw. 500 000 Euro hinnehmen müssen, zusammen entspräche dies mehr als 10 Prozent des Gesamtjahreserlöses der Sparte.

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© Fotos und Texte: Kreidefelsen GbR, Redaktion: Wolfgang Urban (ur)

25. Oktober 2007 Drastische Kürzung der Fangquoten in der Ostsee

Ostsee (ur). Zu den beliebtesten Beschäftigungen beim Urlaub an der Ostsee gehört das Angeln. Nachfolgend eine Mitteilung des Ministeriums für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz des Landes Mecklenburg-Vorpommern, die von der problematischen Fischfangsituation kündet:

Auf die Entscheidung des Agrarrates vom Dienstag, die Fangquoten beim Dorsch in der westlichen Ostsee 2008 drastisch zu kürzen, reagierte der Minister für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz Mecklenburg-Vorpommern Dr. Till Backhaus mit herber Enttäuschung. „Mit der 28-prozentigen Quotenkürzung beim Dorsch bei einer zugleich um zehn Prozent verringerten Zahl von nur noch 223 Fangtagen wird die im Mehrjahresplan für die Erhaltung und die Wiederauffüllung der Dorschbestände der Ostsee selbst abgesteckte Vorgabe einer Reduktion von jährlich höchstens zehn Prozent deutlich überschritten“, so der Minister. „Problematisch ist, dass es gerade der Kleinen Kutter- und Küstenfischerei im Lande an Alternativen fehlt, wenn zeitgleich auch die Herings-, Sprotten- und Schollenfischerei um fünf bis fünfzehn Prozent reduziert werden soll.“ Trotz der bekannten massiven Schwarzanlandungen in der östlichen Ostsee und des dort erheblich stärker gefährdeten Dorschbestandes - hier hatte der ICES sogar einen Fangstopp gefordert - hat der Fischereirat die Quoten für die östliche Ostsee nur um fünf Prozent gesenkt. „Hier muss ich die Verhältnismäßigkeit des Vorgehens in doppelter Hinsicht in Zweifel ziehen. Weder passen die Quotenentscheidungen zur westlichen und östlichen Ostsee zur jeweiligen Gefährdungssituation noch findet die massive Quotenüberziehung Polens bisher Eingang in die Entscheidung“, stellte Dr. Backhaus fest. Der Minister erwartet nun, dass diese Quotenüberziehungen auch wie angekündigt tatsächlich auf die Folgejahre angerechnet werden. „Anderenfalls verliert die Europäische Fischereipolitik an Glaubwürdigkeit“, mahnte er an.
Quotenkürzungen allein reichten ohnehin nicht aus, um die Nachhaltigkeit der Fischerei und die Existenzen der Berufsfischer langfristig zu sichern, weshalb man mehr denn je über Alternativmaßnahmen nachdenken müsse, wie der Minister betont. „Die Vergangenheit hat gezeigt, dass die Probleme der Dorschfischerei durch die bisherigen Maßnahmen nicht gelöst werden konnten“, so die Einschätzung des Ministers.

„Zunächst müssen die getroffenen Maßnahmen und Programme in allen Mitgliedstaaten konsequent umgesetzt werden. Darüber hinaus reichen sie meines Erachtens gerade in der Ostsee nicht aus. Hier setzt man trotz der bekannt komplizierten Hydrografie nach wie vor lediglich auf natürliche Bestandserhaltung“, sagte der Minister und verweist daher ein weiteres Mal auf das von Mecklenburg-Vorpommern ins Auge gefasste Dorschprojekt für die westliche Ostsee. „Im Rahmen der neuen Förderperiode des Europäischen Fischereifonds streben wir ein auf Aquakultur gestütztes Dorschmanagement in der westlichen Ostsee an.“

Hierzu gehört die Errichtung einer Dorscherbrütungsanlage, die künftig bis zu 4 Mio. Setzlinge pro Jahr von rund 5 Gramm Gewicht für den Besatz der Mecklenburger Bucht erzeugen soll. Ab 2015 sollten sich die Besatzeffekte auch wirtschaftlich, dass heißt in den Fängen der Fischer widerspiegeln. „Wenn die prognostizierten Zusatzerträge eintreten, wäre der Nachweis erbracht, mit der in Binnengewässern schon seit Jahrzehnten erfolgreich praktizierten Methode des Besatzes auch den Dorschbestand der westlichen Ostsee stabilisieren zu können“, so Dr. Backhaus zur Zielrichtung.
„Uns geht es auch darum, den Anschluss an die internationale Aquakulturforschung wieder herzustellen und die Zusammenarbeit mit den Anrainerstaaten zu intensivieren. Das Vorhaben könnte so zu einem Vorzeigeprojekt aller Ostseeanrainer für gemeinsames innovatives Bestandsmanagement werden“, sagte Minister Dr. Backhaus, der sich hierbei noch mehr Rückenwind von der Europäischen Kommission wünscht.

Hintergrund:

Die Kürzungen für die deutsche Fischerei insgesamt in der westlichen Ostsee betragen demnach beim Dorsch 28 % (von 5.697 auf 4.102 Tonnen), bei der Scholle 15 % (von 300 auf 255 Tonnen), beim Hering 10 % (von 27.310 auf 24.579 Tonnen) und bei der Sprotte 5 % (von 28.372 auf 26.997 Tonnen). Zudem wurde die Zahl der Seetage (gleich Fangtage) in der westlichen Ostsee von derzeit 248 auf nur noch 223 im nächsten Jahr gekürzt. Auch an den in der östlichen Ostsee gekürzten Fangquoten hat die deutsche Fischerei Anteile.

Weil Quoten zunächst nur Fangmöglichkeiten eröffnen und erheblich von den tatsächlichen Fängen abweichen können, lassen sich die möglichen Folgen einer Quotenkürzung am ehesten durch Anrechnung auf die Realfänge und -erlöse des Vorjahres prognostizieren. Dem folgend würden die Kutter- und Küstenfischer Mecklenburg-Vorpommerns allein bei den beiden Hauptfischarten Dorsch und Hering 2008 Einbußen von rund 1 Mio. bzw. 500 000 Euro hinnehmen müssen, zusammen entspräche dies mehr als 10 Prozent des Gesamtjahreserlöses der Sparte.

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