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Polen: Dorschfang in der Ostsee unter polnischer Flagge vorerst verboten. Zusammenfassung der News auf dieser Seite:Informationen zu der von der Europäischen Kommission erlassenen Verordnung über ein sofortiges Fangverbot für Dorsch in der Ostsee für Schiffe unter der Flagge Polens.

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© Fotos und Texte: Kreidefelsen GbR, Redaktion: Wolfgang Urban (ur)

17. Juli 2007 Dorschfang in der Ostsee bis 31.12.2008
unter polnischer Flagge verboten. Informationen zu der von der Europäischen Kommission erlassenen Verordnung über ein sofortiges Fangverbot für Dorsch in der Ostsee für Schiffe unter der Flagge Polens.

Polen (ur). Dorschangeln ist bei einheimischen Anglern entlang der Ostsee sehr beliebt und obendrein für so manch einen Ostsee-Bewohner zum Broterwerb in der Dorschsaison geworden. Dann führt er die Hobby-Angler hinaus auf die Ostsee zum Dorschfang. Dieses Hochseeangeln erfreut sich einer großen Beliebtheit. Daher finden Sie auch ein Dorschangel-Angebot auf unseren Angelseiten. Doch auch für die Berufsfischerei in der Ostsee ist der Dorschfang sehr wichtig. Dabei haben die Berufsfischer ein gemeinsames Problem: Es gibt eine Dorschquote! Wer sie einhält ist gesetzestreu, wer sie verletzt und mehr gefangenen Dorsch nicht meldet, kann kräftig Gewinn auf Kosten der anderen Fischer in der Ostsee machen ODER er erhält die rote Karte. So erging es jetzt Polen. Nachfolgend eine Information des Ministeriums für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz Mecklenburg-Vorpommern,

Backhaus: "Fangverbot der EU gegen Polen ist konsequent
und zum Schutz des Ostseedorsches unerlässlich"

Die aktuell von der Europäischen Kommission erlassene Verordnung über ein sofortiges Fangverbot für Dorsch in der Ostsee für Schiffe unter der Flagge Polens stieß beim Minister für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz Mecklenburg-Vorpommern, Dr. Till Backhaus auf Zustimmung.
"Das ist natürlich ein harter Einschnitt für die polnische Fischerei, insbesondere für die kleinen Betriebe, die über keine Ausgleichsmöglichkeiten verfügen. Die Entscheidung ist aber konsequent und unausweichlich. Als größter Akteur in der östlichen Ostsee hat Polen mit den nunmehr offiziell anerkannten Quotenüberziehungen erheblich dazu beigetragen, dass sich die Dorschbestände der Ostsee bislang nicht grundlegend erholt haben. Ein auf Bestandserhaltung und nachhaltige Bewirtschaftung ausgerichtetes Manage-mentprogramm kann schließlich nur erfolgreich sein, wenn sich alle Akteure an die Regeln halten", sagte der Minister.

Der Minister übte - den Anlass nutzend - aber auch Kritik an der Europäischen Kommission, die neben dem ohnehin sehr aufwendigen System von Quotenbewirtschaftung und technischen Regelungen für den Fanggeräteeinsatz der vergangenen Jahre künftig verstärkt auf das Instrument der zusätzlichen Fangaufwandsbeschränkungen, wie Gebiets-sperrungen und Fangverbotszeiten, setzt. Dieser Ansatz war in Mecklenburg-Vorpommern bereits auf deutliche Zurückweisung gestoßen.
"Derartig komplizierte Maßnahmen führen zu enormen Er-schwernissen für die Dorschfischerei in der Ostsee und belasten gerade die kleine handwerkliche Fischerei, deren Schutz sich die Europäische Kommission eigentlich beson-ders auf die Fahnen geschrieben hat. Außerdem erfordern die zusätzlichen behördlichen Kontrollen einen erheblichen finanziellen und zeitlichen Aufwand", bewertete der Minister den aktuellen Ansatz Brüssels.
"Fakt ist: Eine Erholung der Bestände ist bislang ausge-blieben. Aus diesem Grunde setzen wir in Mecklenburg-Vorpommern schon seit längerem auf einfache Lösungen, zu denen künftig neben der strikten Einhaltung der Fang-quoten auch neue Bewirtschaftungsformen wie die auf Aquakultur gestützte Fischerei gehören sollten", machte Backhaus auf Alternativen erneut aufmerksam.

Hintergrund:

In der Verordnung (EG) Nr. 804/2007 der Kommission (Amtsblatt der EU Nr. L 180, S. 3) wird zur Begründung ausgeführt, dass die der Kommission vorliegenden Informationen belegen, dass die 2007 von polnischen Schiffen gefangenen Mengen an Ostseedorsch das Dreifache der von Polen deklarierten Mengen betragen haben. Deshalb gilt die Polen für 2007 zugewiesene Fang-quote als erschöpft. Die Fischerei auf Dorsch in der Ostsee unter polnischer Flagge ist nun bis 31.12.2007 untersagt.

Mecklenburg-Vorpommern hat im Rahmen des Operationellen Programms Deutschlands für die Förderperiode 2007 bis 2013 ein Projekt initiiert, den Dorschbestand der westlichen Ostsee mit Hilfe künstlicher Reproduktion und dem Aussetzen von Jungtieren in die Ostsee zu stabilisieren. Hieraus könnte ein neuer Bewirtschaftungsansatz abgeleitet werden, der auch das spezifische Engagement der Projektteilnehmer angemessen berücksichtigt und im Übrigen neben dem Prinzip der strikten Einhaltung der Quoten auf zahlreiche sehr aufwendige Maßnahmen bei der Bewirtschaftung des Ostseedorsches verzichtet.

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