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Kreuzfahrtschiffe: 80 Millionen Passagiere werden laut WWG jährlich in die Ostsee befördert. Forderungen anlässlich des "Baltic Sea Action Summit".

Ostsee-News vom 10. Februar 2010 (ur). Anlässlich der heute in Helsinki stattfindenden "Baltic Sea Action Summit" der Ostsee-Anrainerstaaten fordert der WWF die Bundesregierung u.a. auf, "Einfluss auf die Ostseehäfen zu nehmen, damit diese Anlagen für die kostenfreie Entsorgung von Abwässern der Kreuzfahrtschiffe anbieten. 80 Millionen Passagiere befördern die Kreuzfahrtschiffe jährlich in der Ostsee. Ein Großteil der stark Stickstoff- und phosphorhaltigen Abwässer wird immer noch in internationalen Gewässern verklappt und fördert die Ausbreitung von sauerstoffarmen Todeszonen." WWF- Experte Jochen Lamp sieht hier "dringenden Handlungsbedarf ".
"Die deutschen Häfen müssen jetzt die notwendige Infrastruktur zur Verfügung stellen." sagt er. Vorbildliche Abwasserentsorgungssysteme böten z.B. die Häfen in Stockholm und Helsinki bereits an. Laut WWF wollen sich Kopenhagen und St. Petersburg auf dem "Baltic Sea Action Summit" verpflichten, "ihre Häfen mit solchen Anlagen auszustatten".

Kreuzfahrtschiff Eurodam in Warnemünde

Die Scandline Fähre "Prins Joachim" und das Kreuzfahrtschiff Eurodam
im Mai des vergangenen Jahres in Warnemünde. Auch in diesem Jahr
werden wieder zahlreiche Kreuzfahrtschiffe in Warnemünde erwartet.

Die WWF-Forderungen an die Bundesregierung anlässlich des "Baltic Sea Action Summit" beziehen sich indes nicht nur auf die Entsorgung von Abwässern der Kreuzfahrtschiffe. Mehr dazu in unseren ausführlichen News für den Urlaub an der Ostsee, die Sie weiter unten auf dieser Seite finden.

 

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© Fotos und Texte: Kreidefelsen GbR, Redaktion: Wolfgang Urban (ur)

10. Februar 2010 Kreuzfahrtschiffe befördern laut WWF jährlich 80 Millionen Passagiere in die Ostsee. Forderungen anlässlich des "Baltic Sea Action Summit" der Ostsee-Anrainerstaaten in der finnischen Hauptstadt Helsinki.

Ostsee / Warnemünde (ur): Der WWF Deutschland teilte uns zum
"Ostee-Gipfel", der heute in Helsinki begann und den Namen "Baltic
Sea Action Summit" trägt, mit, dass er "die Bundesregierung auffordert, ihre Versprechungen zum Schutz der Ostsee endlich umzusetzen."
Wörtlich heißt es in der Mitteilung:

Zu den dringendsten und einfach realisierbaren Maßnahmen gehören nach Ansicht des WWF die Ratifizierung der Ballastwasser Konvention sowie die Verpflichtung der Häfen, adäquate Entsorgungsanlagen für Schiffsabwässer bereit zu stellen.

Der WWF begrüßt den Gipfel der Regierungsvertreter aus den Ostseestaaten. Dies sei eine Chance, die bereits 2009 durch die EU Kommission vereinbarte Ostseestrategie zügig in Kraft zu setzen "Gute Absichten und vollmundige Versprechen retten die Ostsee nicht, es müssen Taten folgen. " sagte Jochen Lamp, Ostsee-Experte des WWF.

"Die Ratifizierung der Ballastwasserkonvention durch die Bundesregierung wäre ein ganz simpler Schritt, der bislang grundlos aufgeschoben wird - während das Gleichgewicht der Ostsee kippt". Rund 7.000 Arten reisen täglich im Ballastwasser der internationalen Schifffahrt in fremde Ökosysteme ein. Sie verdrängen die heimische Artenvielfalt, setzen das heimische ökologische Gefüge außer Kraft und verursachen weltweit jährliche Schäden von 36 Milliarden Euro in der Fischerei, bei Hafenbetreibern und Wasserversorgern.

Der WWF fordert die Bundesregierung auch auf, Einfluss auf die Ostseehäfen zu nehmen, damit diese Anlagen für die kostenfreie Entsorgung von Abwässern der Kreuzfahrtschiffe anzubieten. 80 Millionen Passagiere befördern die Kreuzfahrtschiffe jährlich in der Ostsee. Ein Großteil der stark Stickstoff- und phosphorhaltigen Abwässer wird immer noch in internationalen Gewässern verklappt und fördert die Ausbreitung von sauerstoffarmen Todeszonen. "Hier ist dringender Handlungsbedarf - die deutschen Häfen müssen jetzt die notwendige Infrastruktur zur Verfügung stellen." sagt WWF- Experte Jochen Lamp. Vorbildliche Abwasserentsorgungssysteme böten z.B. die Häfen in Stockholm und Helsinki bereits an, Kopenhagen und St. Petersburg verpflichten sich auf dem Gipfel, ihre Häfen mit solchen Anlagen auszustatten.

WWF Deutschland und seine Partnerorganisationen rund um die Ostsee arbeiten an einem übergreifenden Nutzungskonzept für die Ostsee und ihre Ressourcen, das auf den Anforderungen des Ökosystems basiert und internationale wirtschaftliche Interessen berücksichtigt. Zu den konkreten Maßnahmen, die alle Anrainerstaaten nach WWF Ansicht zum Schutz der Ostsee umsetzen sollten, gehören außerdem ein Bann für Phosphate in Waschmitteln, die Einführung einer Steuer auf Stickstoff und Phosphat in Düngemitteln, ein temporärer Fangstopp für den vom Aussterben akut bedrohten Aal, die Bereinigung von im HELCOM Abkommen identifizierten "Verschmutzungs-Brennpunkten" sowie ein Netzwerk aus Meeresschutzgebieten in der Ostsee.

News von der Ostsee und der Ostseeküste
Informationen für den Urlaub an der Ostsee an: Mailadresse.

 

Geschichte: Im Mai 2009 titelte der WWF eine Mitteilung an die Medien mit den Worten: "Ostsee soll kein Kreuzfahrt-Klo bleiben". Dabei ging es um die Ankündigung des Europäischen Kreuzfahrtschiffverbands (ECC), "zukünftig keine Schiffsabwässer mehr in der Ostsee entsorgen zu wollen". Der WWF verglichin diesem Zusammenhang die Kreuzfahrthäfen Rostock, Kiel, Stockholm und Helsinki. Mehr dazu in den News von damals, zu denen der folgende Link führt: WWF zu Kreuzfahrtschiffen in der Ostsee: "Wir freuen uns, dass die Kreuzfahrt-Reedereien unseren Forderungen... nachkommen."

 

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