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Ostsee-Pipeline, auch Nordstream-Gas-Pipeline genannt. Forderungen des WWF angesichts einer erteilten Genehmigung für den Pipeline-Bau

Ostsee-News vom 22. Dezember 2009 (ur). Eine weitere Hürde auf dem Weg zum Bau der Ostsee-Pipeline, auch Nord-Stream-Gaspipeline genannt, ist von den Projekt-Verantwortlichen gemeistert worden. Gestern wurde der Planfeststellungsbeschluss zur Verlegung der Nord Stream-Gaspipeline durch das Küstenmeer Mecklenburg-Vorpommerns (rd. 50 km Länge) überreicht. "Das ist ein großer Schritt für ein großes Projekt", hob in diesem Zusammenhang der Ministerpräsident von Mecklenburg-Vorpommern, Erwin Sellering", hervor und erklärte: "Dieses Projekt trägt zur langfristigen Energiesicherheit in Deutschland und in der EU bei, weil es uns direkt mit den russischen Gasvorkommen verbindet. Es nutzt uns in Mecklenburg-Vorpommern, weil es Arbeitsplätze in der Region schafft und sichert."
Der Bau der Ostsee-Pipeline berührt auch den Urlaub an und auf der Ostsee, denn keiner möchte wohl Umweltschäden in seinem Urlaubsgebiet. Dass der WWF Deutschland im Genehmigungsverfahren zur Umweltverträglichkeit der geplanten Gaspipeline durch die Ostsee "vor einer falschen Bewertung der ökologischen Risiken" gewarnt hat, berichteten wir bereits Mai diesen Jahres (Hier der Link: Ostseepipeline). Gestern äußerte sich der WWF erneut kritisch zu dem Projelkt. "Der WWF kann der Pipeline nur zustimmen, wenn in der Summe die Bilanz von Eingriffen und Kompensation ostseeweit gleich Null ist. Die Ausgleichsmaßnahmen müssen der geschundenen Ostsee direkt zugute kommen" sagte Jochen Lamp, Leiter des WWF Ostseebüros.

Mehr Infos in den ausführlichen News für den Urlaub
an der Ostsee, die Sie weiter unten auf dieser Seite finden.

 

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© Fotos und Texte: Kreidefelsen GbR, Redaktion: Wolfgang Urban (ur)

22. Dezember 2009 Ostsee-Pipeline: Forderungen des WWF angesichts
einer erteilten Genehmigung für den Bau der Nordstream-Gas-Pipeline

Ostsee / Deutschland, Russland, Dänemark, Finnland, Schweden, Estland, Lettland, Litauen (ur): Die geplante Ostsee-Pipeline, auch Nordstream-Gas-Pipeline genannt, wird in Russland das Festland verlassen und dieses erst in Greifswald-Lubmin wieder erreichen, da die Nord Stream-Pipeline aber durch die Hoheitsgewässer bzw. "Ausschließlichen Wirtschaftszonen" von fünf Ländern verläuft, bedurfte das Projekt nicht nur der Zustimmung von Deutschland und Russland, sondern auch der .Genehmigung aus Finnland, Dänemark und Schweden. Inzwischen haben sie ihre Genehmigung erteilt. Zudem wurden Polen, Litauen, Lettland und in Estland in die Konsultationen einbezogen, da die Verwirklichung des Ostsee-Projektes auch Auswirkungen auf sie als Ostsee-Anrainer haben kann.

Gestern erfolgte ein weiterer entscheidender Schritt im deutschen Genehmigungsverfahren. Dazu teilte die Staatskanzlei des Bundeslandes Mecklenburg-Vorpommern mit:

Der Planfeststellungsbeschluss zur Verlegung der Nord Stream-Gaspipeline durch das Küstenmeer Mecklenburg-Vorpommerns (rd. 50 km Länge) ist heute in Schwerin überreicht worden. "Das ist ein großer Schritt für ein großes Projekt", hob Ministerpräsident Erwin Sellering hervor. "Dieses Projekt trägt zur langfristigen Energiesicherheit in Deutschland und in der EU bei, weil es uns direkt mit den russischen Gasvorkommen verbindet. Es nutzt uns in Mecklenburg-Vorpommern, weil es Arbeitsplätze in der Region schafft und sichert."

"Das Bergamt in Stralsund hat den Plan für den Bau und den Betrieb der Ostseegaspipeline festgestellt. Die Genehmigung wurde gründlich vorbereitet und ist zügig erfolgt, das ist auch ein wichtiges Signal für die Wirtschaft", sagte Wirtschaftsminister Jürgen Seidel. "Jetzt kann mit dem Bau der Pipeline im Greifswalder Bodden begonnen werden." Seidel verwies auf die mit dem Bau verbundenen Investitionen im Land.

Insgesamt hängen in der Region 10 Projekte mit einer Investitionssumme von mehr als 4 Millarden Euro vom Bau der Nord Stream ab. Die Projekte reichen über die Anlandestation in Lubmin, den geplanten Erdgasspeicher in Möckow bis hin zu einem Rohrummantelungswerk in Mukran, das bereits im Mai dieses Jahres die Produktion aufgenommen hatte. Auch die weitertransportierenden Anbindungsleitungen nach Westen (NEL) und Süden (OPAL) gehören dazu.

Gleichzeitig wurde die bergrechtliche Genehmigung (vor allem für technische Sicherheit) für den anschließenden Abschnitt der Ausschließlichen Wirtschaftszone (AWZ) der Bundesrepublik Deutschland (ca. 31 km) überreicht. Jetzt steht von deutscher Seite nur noch die Genehmigung des Bundesamtes für Seeschifffahrt und Hydrographie für die AWZ aus, die vor allem naturschutzrechtliche Fragen erfasst und kurzfristig erwartet wird.

Kritisch reagierte gestern der WWF und teilte mit:

Der WWF fordert vom Betreiber Nord Stream eine volle Kompensation der entstehenden Umweltschäden und wird die Genehmigungsbescheide rechtlich prüfen lassen. Für den deutschen Küstenbereich sind Ausgleichsmaßnahmen bislang nur für etwa 40 Prozent der Eingriffe in die Meeresumwelt vorgesehen. Durch Baggerungen für die Trasse der Gaspipeline am Meeresboden und Freisetzung großer Mengen Stickstoff und Phosphor drohen massive Schäden im Ökosystem der Ostsee.

"Der WWF kann der Pipeline nur zustimmen, wenn in der Summe die Bilanz von Eingriffen und Kompensation ostseeweit gleich Null ist. Die Ausgleichsmaßnahmen müssen der geschundenen Ostsee direkt zugute kommen" sagt Jochen Lamp, Leiter des WWF Ostseebüros. Der WWF wird daher die Genehmigungsbescheide durch seine Fachjuristen prüfen lassen, bevor sie rechtskräftig werden.

Die geplante Trasse durchschneidet mehrere EU-Naturschutzgebiete, darunter das geschützte Riff der Schwelle zwischen Greifswalder Bodden und Ostsee. Hier muss für die Verlegeschiffe der Pipeline eine neue Fahrrinne gebaggert werden. Auf einer 400 Hektar großen Klappstelle vor Usedom soll der Meeresboden aus der Pipelinetrasse im Greifswalder Bodden zunächst ins Meer geschüttet und später wieder abgebaggert werden. Pipelinebetreiber Nord Stream hat anerkannt, dass diese Eingriffe sich erheblich auf das Ökosystem auswirken werden.

Ein weiterer schwerer Eingriff ist nach Auffassung der Umweltstiftung WWF die Freisetzung von 53.000Tonnen Stickstoff und 12.000Tonnen Phosphor aus dem Meeresboden in den Wasserkreislauf der Ostsee. Dies entspricht einem Drittel des jährlichen Gesamteintrags dieser Stoffe. "Im schlimmsten Fall drohen durch diese massive Überdüngung neue Todeszonen in der Ostsee, wenn wir nicht gegensteuern" warnt Jochen Lamp. Eine Ausgleichsmöglichkeit wäre die Schaffung großflächiger Feuchtgebiete, die den Flüssen Nährstoffe entziehen, bevor das belastete Wasser in die Ostsee gerät und das Überdüngungsproblem verschärft.

Die Nord Stream Pipeline soll zwischen dem russischen Viborg und dem deutschen Lubmin entstehen und führt durch die territorialen Gewässer von Russland, Finnland, Schweden, Dänemark und Deutschland. Nach der Genehmigung durch das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrografie sowie das Bergamt Stralsund liegen sämtliche Genehmigungen vor.

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Informationen für den Urlaub an der Ostsee an: Mailadresse.

 

Vorangegangene News von www.kreidefelsen.de zur Ostsee-Pipeline:

15. März 2008 Gaspipeline von Wyborg in Russland durch die Ostsee nach Lubmin führt auch zu Veränderungen im Fährhafen Sassnitz-Mukran

7. Mai 2009 Nord Stream-Pipeline zwischen Wyborg in Russland und
Lubmin bei Greifswald: Gaspipeline durch die Ostsee JA oder NEIN?

25. Juni 2009 Ostseepipeline JA oder NEIN? WWF Deutschland:
"Nord Stream muss Umweltbelastungen ausgleichen". Betroffen von der Nord Stream-Pipeline sind nicht nur Deutschland und Russland, sondern auch Finnland, Schweden, Dänemark, Polen, Litauen, Lettland und Estland
.

10. November 2009 Baubeginn der Ostsee-Pipeline von Russland nach Deutschland wahrscheinlich 2010 : Betroffen sind auch die Ostseeländer
Finnland, Schweden, Dänemark, Polen, Litauen, Lettland und Estland

Sobald eine weitere News von uns zur Ostseepipeline erscheint,
wird das folgende Wort zum Link zu dieser News: Ostseepipeline

 

 

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