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Kein DONG-Steinkohlekraftwerk in Lubmin: Proteste gegen das geplante dänische Steinkohlekraftwerk in Greifswald-Lubmin enden erfolgreich.
Jubel bei den Klimapiraten in Kopenhagen und entgegengesetzte Haltungen.

Ostsee-News vom 11. Dezember 2009 (ur). In unseren News zu Klimapiraten am 8. Dezember setzten wir einen Link zu einer Sendung des dänischen Fernsehens. In ihr wird gezeigt, wie die Greifswalder Klimapiraten DONG vor der Abfahrt nach Kopenhagen auf die Planken ihres Segelschiffes führten und er unfreiwillig baden ging. DONG ist der dänische Energiekonzern der in Greifswald -Lubmin ein Steinkohlekraftwerk bauen wollte. In der Sendung des dänischen Fernsehens verteidigte der DONG-Projektleiter noch das Steinkohlekraftwerk in Lubmin: http://video.tv2.dk/index.php/id-26893852.htmJetzt ist dies Geschichte, denn heute wurde bekannt, dass DONG in Lubmin kein Steinkohlekraftwerk mehr bauen will. Für alle, die gegen den Bau protestierten ist dies ein Freudentag. Immer wieder wurde dabei u.a. auf den Klimawandel verwiesen und auf den Schaden für den Tourismus in der Region, wenn in Lubmin ein Steinkohlekraftwerk gebaut wird. Reaktionen auf die DONG-Mitteilung finden Sie weiter unten auf dieser Seite in den ausführlichen Tages-News für den Urlaub an der Ostsee.

 

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auf der Ostsee und an der Ostseeküste. Was veränderte sich oder wird gerade geplant? Was hat sich ereignet? Wie sieht es an der Ostsee aus?

© Fotos und Texte: Kreidefelsen GbR, Redaktion: Wolfgang Urban (ur)

11. Dezember 2009 Kein DONG-Steinkohlekraftwerk in Lubmin: Proteste gegen das geplante dänische Steinkohlekraftwerk in Greifswald Lubmin enden erfolgreich. Jubel bei den Klimapiraten in Kopenhagen und entgegengesetzte Haltungen von Politikern in Mecklenburg-Vorpommern.

Ostsee / Dänemark / Kopenhagen (ur): Auf der Internetseite der gestern aus Greifswald in Kopenhagen angekommenen Klimapiraten schrieb matze heute um 11:57 Uhr:

In 3 Tagen ist es soweit. Da werden die Klimapiraten 4.000 - 5.000 Unterschriften zu DONG Energy bringen und dort gegen den Bau des Kohlekraftwerks Lubmin protestieren und "das Kohlekraftwerk symbolisch zurückbringen". In weniger als 7 Tagen haben wir Unterschriften aus ganz Deutschland bekommen, darunter ein großer Teil von Betroffenen aus Mecklenburg Vorpommern.

Doch alles kommt überraschend anders und so jubelte matze um 16.50 Uhr:

Wahnsinn: DONG Energy zieht Lubmin zurück!

Wer hätte das geglaubt? Kurz vor unserer Übergabe von über 4000 Unterschriften bei DONG Energy in Kopenhagen kommt die große Nachricht: Das Kohlekraftwerk Lubmin wird nicht gebaut!!! Vor Glück können wir es noch kaum fassen, DONG Energy setzt tatsächlich in Zukunft auf Erneuerbare Energien!

Das wird eine lange Nacht bei den Klimapiraten und die nächsten Tage werden wohl auch noch groß! Vielen, vielen Dank an alle Unterstützer - hoch die Tassen!

Der Jubel geht weiter: Eintrag um 19.07 Uhr von Henrike

JubelJubelJubelJubel!! Wir wurden gerade fuer unseren Erfolg von Greenpeace Chef Kumi Naidoo umarmt...

Weitere Reaktionen auf der Internetseite der Klimapiraten
mit diesem Link: http://www.klimapiraten.net/site/node/97

Das Kontrast-Programm zur Jubel-Stimmung der Klimapiraten kam heute von einigen Politikern aus Mecklenburg-Vorpommern, hier vier Stellungnahmen aus der Nicht-Jubel-Szene:

Michael Roolf, Vorsitzender und wirtschaftspolitischer Sprecher der FDP-Landtagsfraktion Mecklenburg-Vorpommern, erklärt nach dem Rückzug von Dong-Eergy vom Kraftwerksbau in Lubmin:

Heute ist ein schwarzer Tag für die Menschen in M-V. Mit seinen Äußerungen, gerade erst wieder anlässlich der SPD-Tagung zu erneuerbaren Energien vor wenigen Wochen, hat der Ministerpräsident wahrscheinlich maßgeblich dazu beigetragen, dass sich Dong-Energy nun zurückzieht. Die SPD kann sich diesen „Erfolg“ im Kampf gegen den wirtschaftlichen Aufschwung in unserem Land ganz persönlich zurechnen.

Meine Fraktion hat mehrfach und nachdrücklich vor den Wirkungen der ständigen politischen Äußerungen hinsichtlich des Kraftwerkbaus gewarnt und auf die notwendige Zurückhaltung gepocht. Ob, wann, in welchem Umfang und mit welchen Auflagen ein Kohlekraftwerk gebaut worden wäre, hätte allein das Genehmigungsverfahren zeigen müssen. Dieses Verfahren war offensichtlich nicht gewollt.

Die SPD hat die Folgen zu verantworten. Das Ausbleiben einer Milliardeninvestition, hunderte Arbeitsplätze beim Bau und beim Betrieb des Kraftwerkes, sowie eine starke Position unseres Landes als Lieferant eines wichtigen Bestandteiles des noch immer notwendigen Energiemixes.

Die Begründung der Absage ist ein harter Schlag ins Gesicht der Betroffenen. Unabsehbar sind auch die Zukunftsfolgen. Die Nachricht lautet: Investoren sucht sich die SPD lieber selber aus und der Anspruch auf ein rechtsstaatliches Genehmigungsverfahren wird in Mecklenburg-Vorpommern nicht ernst genommen. Zukünftig werden sich Investoren im Industriebereich noch genauer überlegen, ob sie sich auf dieses riskante und teure Spiel einlassen werden. Bei diesem Agieren kann ich nur sagen, Gute Nacht Mecklenburg-Vorpommern.“

Der CDU-Landesverband Mecklenburg-Vorpommern teilt mit:

Der CDU Landesvorsitzende Lorenz Caffier, MdL zeigte sich enttäuscht über die Entscheidung von DONG Energy, kein Kraftwerk am Energiestandort Lubmin zu errichten.

"Dass DONG Energy sich aus unserem Land zurück zieht, ist schlecht für den Wirtschaftsstandort Mecklenburg-Vorpommern. Damit reiht sich DONG als drittes Glied in eine Kette von Unternehmensabsagen nach Transrapid und BMW ein. Allein von Schiffbau, Tourismus und Landwirtschaft können wir unser Land nicht ernähren, wir brauchen Investitionen. Wir bedauern, dass die SPD die Ansiedlung von DONG im ostvorpommerschen Lubmin nicht mit voller Konsequenz mitgetragen hat. Es steht zu befürchten, dass Mecklenburg-Vorpommern den Ruf bekommt, wirtschaftsfeindlich zu sein, sodass sich hier in Zukunft keine Unternehmen mit Arbeitsplätzen in derlei Größenordnungen mehr ansiedeln wollen", sagte der CDU Landesvorsitzende Lorenz Caffier, MdL.

Das von einem SPD-Minister in der Regierungskoalition von CDU & SPD geleitete Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz Mecklenburg-Vorpommern teilte indes mit:

Landwirtschafts- und Umweltminister Dr. Till Backhaus hat die Ankündigung des dänischen Staatskonzerns DONG Energy, sich aus dem Projekt zum Bau eines Steinkohlekraftwerkes zurückzuziehen, zur Kenntnis genommen. Er vermutet hinter dieser Entscheidung eher unternehmerische Gründe und weniger eine Reaktion auf die politische Diskussion in Mecklenburg-Vorpommern. „Sicherlich hat auch die Diskussion auf dem Weltklimagipfel in Kopenhagen zu diesem Rückzug beigetragen“, so Backhaus.

Die lange Verfahrensdauer erklärt sich in erster Linie aus den hohen Anforderungen der europäischen Naturschutzrechtes, denen der Investor bis jetzt nicht gerecht werden konnte. „Die zuständigen Behörden haben nur die Unterlagen eingefordert, die für eine rechtssichere Entscheidung erforderlich gewesen sind. Sie haben in jeder Genehmigungsphase für ein rechtsstaatliches und transparentes Verfahren gesorgt. Zum jetzigen Zeitpunkt war das Projekt aber noch nicht genehmigungsreif“, unterstreicht der Umweltminister.

Das von einem CDU-Minister geführte Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus Mecklenburg-Vorpommern teilte mit:

Industrie- und Energiestandort Lubmin bleibt wirtschaftspolitischer Schwerpunkt der Landesregierung

Mit Bedauern hat Wirtschaftsminister Jürgen Seidel die heutige Entscheidung des Aufsichtsrates von DONG Energy zur Kenntnis genommen, sich von dem Vorhaben „Steinkohlekraftwerk Lubmin“ zurückzuziehen.

Dazu Jürgen Seidel: „Natürlich ist der Rückzug dieses Projektes zugleich auch eine verpasste Chance zum Aufbau von gut dotierten Arbeitsplätzen, gerade im vorpommerschen Bereich. Umso mehr gilt es, die infrastrukturellen Vorzüge des Industrie- und Energiestandortes Lubmin für die weitere Investorengewinnung herauszustellen. Die Verkehrsinfrastruktur, der Hafen, die Anbindung an das internationale Stromnetz und die vorhandenen Fachkräfte bieten nach wie vor gute Voraussetzungen für Energieinvestitionen. Mit dem Baubeginn der Nordstream im Frühjahr 2010 wird sich diese Infrastruktur weiter verbessern. Die Entwicklung des Industrie- und Energiestandortes Lubmin bleibt weiterhin ein Schwerpunkt der Wirtschaftspolitik des Landes und wird jede mögliche Unterstützung seitens des Wirtschaftsministeriums erhalten.“

Die Klimapiraten sind segelnd in Kopenhagen angekommen. Wer im Urlaub
an der Ostsee segeln lernen möchte, der folge diesem Link: Segelschule

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Informationen für den Urlaub an der Ostsee an: Mailadresse.

 

News-History zum geplanten Steinkohlekraftwerl in Lubmin:

Rückblick mit Fotos und Infos zu den Protesten gegen
das geplante dänische Kohlekraftwerk in Lubmin

 

 

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