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Hering in der Ostsee: Heringsfischerei in Mecklenburg-Vorpommern
befindet sich angesichts der Kürzung der Heringsquote in problematischer Lage. Proteste der Küstenfischer und Reaktion von Minister Backhaus.

Ausarbeitung eines Heringsmanagementplans beschlossen

Heringe

Ostsee-News vom 29. April 2009 (ur). Der Hering in der Ostsee ist begehrt und das nicht nur bei Heringsanglern entlang der Küste und in küstennahen Gewässern, sondern natürlich auch bei Fischern, für die die Heringsfischerei kein Freizeit- oder Urlaubsvergnügen ist, sondern zum Broterwerb gehört. Gestern protestierten über 200 Berufsfischer in Schwerin gegen ihre für 2009 erheblich gekürzten Fangquoten. Während Angler noch Heringe angeln, ist für viele Küstenfischer angesichts ihrer Heringsquote die Zeit des Heringsfangs schon vorüber oder sie unterbrechen sie immer wieder, um den Rest der Heringsquote nicht zu schnell abzufischen und noch eine zeitlang Kunden beliefern zu können. Dabei hätte alles noch dramatischer kommen können. So sagte gestern Mecklenburg-Vorpommerns Landwirtschafts- und Umweltminister Dr. Till Backhaus: „Für das Jahr 2009 konnte nach meiner Einschätzung zunächst noch das Schlimmste verhindert werden. Denn entgegen des Vorschlags des internationalen Rates für Meereskunde wurde die Quote nicht um 62 %, sondern um 39 % gekürzt. Ich sehe es als Erfolg an, dass durch innerdeutsche Umschichtungen zu Gunsten von Mecklenburg-Vorpommern gegenüber der Zuteilung von März 2008 letztlich nur eine Kürzung von knapp 20% eingetreten ist“. UND wie jetzt weiter? Mehr Infos dazu in den ausführlichen Tagesnews für den Urlaub an der Ostsee, die Sie weiter unten auf dieser Seite finden. Wenn Sie sich indes nicht für weitere Infos zur Heringsfischerei und Heringsquote für die Küstenfischer interessieren, sondern nur für das Heringsangeln im Urlaub, dann folgen Sie diesem Link zu unseren Angelseiten: Hering in der Ostsee

 

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© Fotos und Texte: Kreidefelsen GbR, Redaktion: Wolfgang Urban (ur)

29. April 2009 Heringsfischerei in Mecklenburg-Vorpommern befindet
sich angesichts der Kürzung der Heringsquote in problematischer Lage. Proteste der Küstenfischer und Reaktion von Minister Dr. Till Backhaus.

Ostsee / Schwerin (ur): Nach dem gestrigen Protest von Fischern aus Mecklenburg-Vorpommern in Schwerin übermittelte uns das Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz Mecklenburg-Vorpommern die gestern die folgenden Informationen:

Landwirtschafts- und Umweltminister Dr. Till Backhaus hat heute vor demonstrierenden Fischern in Schwerin die große Bedeutung der Fischerei für Mecklenburg-Vorpommern betont.

Die Fischerei sei ein Teil unserer Identität, die neben der unmittelbaren Bedeutung für die regionale Wirtschaft auch für den Tourismus von unschätzbarem Wert ist. „Gerade in unserem Land ist es daher wichtig diesen Wirtschaftszweig zu erhalten“, betonte der Minister. Er zeigte Verständnis für die Fischer, die sich angesichts der aktuellen Entwicklungen Sorgen um ihre Zukunft machten. Der Minister verwies darauf, dass seit 1994 wurden 547 Vorhaben mit Gesamtinvestitionen von ca. 286 Millionen Euro gefördert wurden. Diese Investitionen dienten sowohl der Modernisierung von Fischereifahrzeugen und Fischereihäfen, als auch der Verbesserung der Verarbeitung und Vermarktung. Entscheidend für die positive Entwicklung bei der Heringsfischerei in den letzten Jahren sei der Bau des Fischbearbeitungszentrum in Mukran gewesen. Die Verarbeitungskapazitäten für den Hering haben sich dadurch enorm verbessert. Für die Fischer sei der Heringsfang dadurch erst wieder attraktiv geworden. Backhaus erinnerte in diesem Zusammenhang daran, dass in den Jahren vor Inbetriebnahme des Werkes die Heringsquote kaum ausgeschöpft wurde. Bezug nehmend auf die Diskussion um die aktuelle Heringsquote unterstrich der Minister das Engagement der Landes- und Bundesregierung in Brüssel.

„Für das Jahr 2009 konnte nach meiner Einschätzung zunächst noch das Schlimmste verhindert werden. Denn entgegen des Vorschlags des internationalen Rates für Meereskunde wurde die Quote nicht um 62 %, sondern um 39 % gekürzt. Ich sehe es als Erfolg an, dass durch innerdeutsche Umschichtungen zu Gunsten von Mecklenburg-Vorpommern gegenüber der Zuteilung von März 2008 letztlich nur eine Kürzung von knapp 20% eingetreten ist“, betonte der Minister.

Die Bundesregierung dürfe eine weitere Kürzung der Quote nicht zulassen. Sonst sei die kleine Kutter- und Küstenfischerei des Landes, die nachhaltig und selektiv fischt, in ihrer Existenz gefährdet.

Im Anschluss an die Demonstration lud der Minister Vertreter des Landesverbandes der Kutter- und Küstenfischer zu einem Gespräch ein. Dabei wurden die auf der Kundgebung aufgeworfenen Fragen in einer sachlichen Atmosphäre vertiefend diskutiert.

„Für mich wurde dabei deutlich, dass zwischen den Fischern und den Vertretern der Wissenschaft eine tiefe Kluft herrscht, eine Zusammenarbeit zur Lösung der Probleme aber notwendig ist. Ich werde deshalb einen Fischereibeirat einberufen, und die Vertreter des Internationalen Rates für Meereskunde, die Fischer und die Verbände bitten, daran teilzunehmen. In diesem Beirat sollen die Wissenschaftler ihr Verfahren zur Erforschung der Herings- und Dorschbestände nachvollziehbar erklären. Dabei erwarte ich unabhängige und überprüfbare Aussagen zum Altersaufbau, zum Wanderverhalten und zum Gesundheitszustand der Herings – bzw. Dorschbestände“, so der Minister im Anschluss an das Gespräch. Mit Unterstützung der Bundesregierung will das Land darauf drängen, dass die vom EU-Ministerrat beschlossene Ausarbeitung des mehrjährigen Heringsmanagementplanes so bald wie möglich erfolgt. „Diese Managementpläne sind Voraussetzung dafür, den Fischern für Stilllegungstage Ausgleichzahlungen zu gewähren. Das wäre ein wirksames Mittel um existenzbedrohten Unternehmen zu helfen“, so der Minister.

Im Ergebnis der Gespräche wurde zudem festgelegt, dass die Erzeugerorganisationen künftig verstärkt gefördert werden. Diesbezüglich muss die Förderrichtlinie des Landes geändert werden. „Schlagkräftige Erzeugerorganisationen sind wichtig, um im Handel oder bei Verarbeitern bessere Preise zu erzielen“, begründet der Minister.

Die Fischer verwiesen in dem Gespräch mit dem Minister erneut auf die Schäden, die durch den Kormoran entstehen. Diesbezüglich will der Minister bei der Europäischen Kommission auf die zeitnahe Erarbeitung der angekündigten Leitlinien zur Ermittlung der Kormoranschäden drängen.

Von diesem Gespräch geht auch ein Appell an die Hotels und Gaststätten des Landes aus, einheimischen Fisch nur von Erzeugerorganisationen zu kaufen. „Das ist ein Garant dafür, dass qualitativ einwandfreier Fisch auf den Tisch kommt. Zudem leisten die Hoteliers und Gastwirte damit auch einen Beitrag zur Stärkung der heimischen Fischwirtschaft.“

Die für das Jahr 2009 beschlossene Senkung der Heringsquote um 39 Prozent auf 25839 Tonnen für die westliche Ostsee betrifft nicht nur die Fischer in Mecklenburg-Vorpommern, sondern auch in Schleswig-Holstein und in den Ländern Dänemark, Polen und Schweden. Nach Einschätzung von Wissenschaftlern ist die Heringssituation östlich von Bornholm besser als in der westlichen Ostsee. Seitens der Fischer werden die Forschungsergebnisse der Wissenschaftler zur Situation der Heringe in der westlichen Ostsee aber immer wieder in ihrer Größenordnung angezweifelt. Das verdeutlicht auch die oben zitierte Mitteilung des Ministeriums für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz Mecklenburg-Vorpommern.

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Link zur Infoseite: Heringsangeln in der Ostsee

 

 

 

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