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Die Ostseepipeline, auch Nord Stream-Pipeline genannt, soll die
Europäische Union für mindestens 50 Jahre mit Erdgas versorgen

Nord Stream

Die deutsche Anlandestation der Nord Stream-Pipeline in Lubmin bei Greifswald.

www.kreidefelsen.de - News, Fotos und Infos
© Fotos und Texte: Kreidefelsen GbR, Redaktion: Wolfgang Urban (ur)

Ostsee-News vom 10. November 2011 (ur). Geht Europa einer Zeit mit stabiler Erdgasversorgung entgegen? Wird es vielleicht sogar eine Preissenkung für die Verbraucher geben, weil in Europa eine Zeit des Überangebotes von Erdgas kommt? Angesichts der Inbetriebnahme des ersten Stranges der Nord
Stream-Pipeline am vergangenen Dienstag in Lubmin sind solche Frage entstanden. Die Anworten fallen höchst unterschiedlich aus. Eindeutig ist lediglich, dass die EU-Erdgasversorgung aus Russland jetzt nicht mehr einseitig vom Funktionieren der Landverbindung via Ukraine abhängig ist und enorme Erdgasmengen nach Europa strömen werden, wenn auch der zweite Strang der Nord Stream-Pipeline, die auch Ostsee-Pipeline genannt wird, fertig ist. Das soll noch 2012 der Fall sein. Laut Nord Stream soll die "1.224 Kilometer lange Pipeline" dann "eine jährliche Transportkapazität von bis zu 55 Milliarden Kubikmetern haben und die Europäische Union für mindestens 50 Jahre mit russischem Erdgas versorgen können." Angesichts der Bedeutung eines solchen Vorhabens ist es nicht verwunderlich, dass bei der feierlichen Eröffnung des ersten Stranges der Nord Stream-Pipeline in Lubmin bei Greifswald Bundeskanzlerin Angela Merkel, der russische Präsident Dmitrij Medwedew, der französische Premierminister François Fillon, der niederländische Premierminister Mark Rutte und der EU-Kommissar für Energie, Günther Oettinger, präsent waren. Von der deutschen Anlandestation der Ostseepipeline in Lubmin wird das Erdgas aus der Nord Stream-Pipeline über die weiterführenden Leitungen OPAL und NEL in das europäische Fernleitungsnetz eingespeist. Anteilseigner der Nord Stream AG sind OAO Gazprom, BASF SE/Wintershall Holding GmbH, E.ON Ruhrgas AG, N.V. Nederlandse Gasunie und GDF SUEZ S.A.. Laut Nord Stream AG finanzieren die fünf Unternehmen "30 Prozent des Investitionsvolumens von 7,4 Milliarden Euro durch Eigenkapital. Weitere 70 Prozent des Projektbudgets werden durch Kredite abgedeckt. An der Finanzierung sind insgesamt etwa 30 Banken beteiligt."

Das russische Gas soll mittels der Nord Stream-Pipeline neben Verbrauchern in Deutschland, auch nach Dänemark, Großbritannien, den Niederlanden, Frankreich, der Tschechischen Republik und anderen europäischen Ländern fließen.

„Diese neue, direkte Verbindung zwischen Russland und der EU ist eine
langfristige Lösung für die Versorgungssicherheit Europas“, betonte Matthias Warnig, Nord Stream Managing Director und fügte hinzu: „Um den steigenden Gasimportbedarf zu decken, haben unsere Anteilseigner in ein Infrastrukturprojekt investiert, das für mindestens 50 Jahre eine direkte Verbindung zwischen den europäischen Märkten und den großen russischen
Gasreserven schafft“.

Das Projekt mit seinen nationalen Genehmigungsverfahren in fünf betroffenen Ländern war lange Zeit umstritten. So warnte der WWF Deutschland im Genehmigungsverfahren zur Umweltverträglichkeit der Ostsee-Pipeline noch im Mai 2009 "vor einer falschen Bewertung der ökologischen Risiken". Im Jahr 2010 zeigte man sich dann aber mit den erreichten Nachbesserungen zufrieden. Mehr dazu erfahren Sie weiter unten auf dieser Seite in unserer News vom 23. April 2010.

 

Rückblick: News-Archiv von www.kreidefelsen.de

23. April 2010 Haltung des WWF und BUND zum Bau der Ostsee-Pipeline
von Russland nach Deutschland, von der auch die Länder Finnland, Schweden, Dänemark, Polen, Litauen, Lettland und Estland betroffen sind.

Ostsee / Deutschland, Russland, Dänemark, Finnland, Schweden, Estland, Lettland, Litauen (ur): Der WWF Deutschland teilte uns heute mit:

Die Gaspipeline durch die Ostsee wird wesentlich umweltverträglicher gebaut als ursprünglich geplant. Die Umweltorganisationen BUND und WWF konnten eine Reihe von entscheidenden ökologischen Nachbesserungen gegenüber der Nord Stream AG durchsetzen. Die Betreiber garantieren, zusätzliche Naturschutzmaßnahmen beim Bau der Erdgasleitung umzusetzen. Dazu gehört u.a. die Änderung des Baggerkonzeptes. Zudem werden die Gelder für Kompensationsmaßnahmen für Naturschutz und deren Unterhaltung um mehr als zehn Millionen Euro aufgestockt. Im Gegenzug stellen BUND und WWF die Rechtsverfahren gegen den Planfeststellungsbeschluss ein und verzichten damit auf einen möglichen Baustopp.

"Die Einigung ist ein bahnbrechender Erfolg für den Schutz der Ostsee", freut sich Jochen Lamp, Leiter des Ostseebüros des WWF Deutschland. Die Umweltverbände konnten Nord Stream dazu verpflichten, die Eingriffe in den Greifswalder Bodden beim Bau der Pipeline erheblich zu mindern. So wird der schlickreiche Mergelboden nun nicht mehr ins Meer gekippt, sondern an Land gebracht oder als Baumaterial verwendet. Dadurch wird eine unnötige Wasserverschmutzung vermieden, die ein Absterben von Meereslebewesen zur Folge gehabt hätte. Dies kommt unter anderem dem Heringslaich zugute. Zudem schloss das Unternehmen einen Vertrag mit den Fischern ab: Die Fangzeit für Heringe im Greifswalder Bodden wird im kommenden Jahr in der Laichzeit um zehn Tage verkürzt.

Nord Stream wird außer den von den Behörden geforderten Auflagen zusätzliche Naturschutzmaßnahmen in der Ostsee in Höhe von zehn Millionen Euro realisieren. Darüber hinaus wird das Unternehmen finanzielle Mittel zur Behebung von bisher nicht vorhersehbaren Umweltfolgen der Pipeline als Garantieleistung bereitstellen. Es sollen bis zu 1.000 Hektar Naturschutzflächen geschaffen werden, um die durch den Bau entstandenen Schäden auszugleichen. Nord Stream übernimmt für 35 Jahre die Unterhaltskosten für diese Fläche.

Mit Hilfe der zusätzlichen Finanzmittel können nun ohne Zeitdruck Naturschutzprojekte in den Ostsee-Lebensräumen entwickelt und umgesetzt werden. Das betrifft u.a. Maßnahmen, um die Sauerstoffknappheit in dem ohnehin belasteten Meer zu verbessern. Ins Auge gefasst ist z.B. die Schaffung großer Feuchtgebiete in Küstennähe. In Frage kommt auch die Verlegung von Deichen, um Platz für überflutete Salzwiesen zu schaffen.

WWF und BUND sind insgesamt mit den Nachbesserungen zufrieden, Corinna Cwielag, Geschäftsführerin des BUND Mecklenburg-Vorpommern sagte: "Wir haben ein Vielfaches von dem für den Ostseeschutz erreicht, was die Behörden durchsetzen konnten oder wollten. Wir haben die Genehmigung des Bergamtes, die nur einen 40prozentigen Ausgleich der Schäden vorsah, revidiert - damit haben wir das Hauptziel unserer Klage erreicht." Eberhard Brandes, Vorstand des WWF Deutschland sprach von einem, "historischen Ergebnis". Man habe der Natur am Meeresgrund erstmals einen für Investoren spürbaren materiellen Wert gegeben und die Eingriffe in die Meeresnatur mit Kosten belegt. Das werde weltweit Maßstäbe für die Zukunft setzen.

News von der Ostsee und der Ostseeküste
Informationen für den Urlaub an der Ostsee an: Mailadresse.

 

News von www.kreidefelsen.de zur Ostsee-Pipeline vor dem Jahr 2010:

15. März 2008 Gaspipeline von Wyborg in Russland durch die Ostsee nach Lubmin führt auch zu Veränderungen im Fährhafen Sassnitz-Mukran

7. Mai 2009 Nord Stream-Pipeline zwischen Wyborg in Russland und
Lubmin bei Greifswald: Gaspipeline durch die Ostsee JA oder NEIN?

25. Juni 2009 Ostseepipeline JA oder NEIN? WWF Deutschland:
"Nord Stream muss Umweltbelastungen ausgleichen". Betroffen von der Nord Stream-Pipeline sind nicht nur Deutschland und Russland, sondern auch Finnland, Schweden, Dänemark, Polen, Litauen, Lettland und Estland
.

10. November 2009 Baubeginn der Ostsee-Pipeline von Russland nach Deutschland wahrscheinlich 2010 : Betroffen sind auch die Ostseeländer
Finnland, Schweden, Dänemark, Polen, Litauen, Lettland und Estland

22. Dezember 2009 Ostsee-Pipeline: Forderungen des WWF angesichts
einer erteilten Genehmigung für den Bau der Nordstream-Gas-Pipeline

Sobald eine weitere News von uns zur Ostseepipeline erscheint,
wird das folgende Wort zum Link zu dieser News: Ostseepipeline

 

 

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