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Sagard verfügt über eine sehenswerte Kirche, die im romanischen
Baustil errichtet wurde. Die Baugeschichte dieser Kirche lässt sich
bis ins 13. Jahrhundert zurückverfolgen.
Im Verlaufe der Jahrhunderte wurde die Kirche mehrfach erweitert und umgebaut.
Im Jahr 2000 feiern die Sagarder "750 Jahre Sankt Michael Kirche". An
den berühmtesten Sagarder Pastor erinnert eine gußeiserne Grabplatte
vor der Kirche.
Auf ihr ist unter anderem zu lesen: "... Hier ruhet in Gott: v: WILLICH.
geb: 1753. Pastor 1783. +1827..."
Mit dem Namen dieses Pastors verbindet sich die Erinnerung an die erste
Badeanstalt auf der Insel Rügen. In dem nicht an der Küste gelegenen
Sagard wurde im 18. Jahrhundert die erste Badeanstalt Rügens errichtet.
Zu
ihrer Vorgeschichte heisst es in einem zeitgenössischen Reisebericht
aus dem Jahr 1797: Sagard ist... wegen seines Gesundbrunnens...
bekannt. Die mineralische Beschaffenheit dieses Wassers sei schon lange
von einzelnen Personen "zur Wiederherstellung ihrer Gesundheit"
genutzt worden.
Um das Jahr 1750 herum haben dann mehrere Familien angefangen, sich wegen
des Gesundbrunnnens "einen Theil des Sommers in Sagard aufzuhalten...
Da aber weder für gehörige Badeanstalten, noch für Bequemlichkeit
gesorgt war, so verlor sich der Zufluss an Fremden allmählig wieder..."
Das änderte sich 1794, denn damals fasste der Sagarder Pastor Willich,
"durch mehrere Ärzte, sonderlich durch seinen Bruder, den ersten
Landphysikus im Fürstenthum Rügen, ermuntert, den Entschluss,
dieses Geschenk der Natur für Einheimische und Fremde nutzbar zu
machen."
Den Ort, wo dies geschah, kannst Du mit etwas Mühe finden. Am besten
Du fragst in der Umgebung der Sagarder Kirche einen Dorfbewohner
nach dem Weg zur Brunnenaue. Eingebettet in eine Blume und Büsche
findest Du hier einen kleinen Bach.
über diese Landschaft heisst es in der erwähnten Beschreibung
aus dem Jahr 1797: "Auf einer quellreichen Stelle der Aue, die von
einem kleinen Bache umflossen wird, ist ein Brunnen- und ein Badehaus
erbaut worden. Der Haupteingang dieses Gebäudes führt in einen
Saal, der zum Versammlungsorte der Badenden bestimmt ist, und nachmittags
zugleich zur gemeinschaftlichen Belustigung der Brunnengäste dient.
Im Hintergrund des Gebäudes ist ein Sturzbad, und zur Seite desselben
ein Zimmer mit warmen Bädern eigerichtet. Die rechte Seite des Hauses
enthäŒlt zwei voneinander abgesonderte steinerne Bäder, die
mit den nöthigen Bequemlichkeiten versehen sind, und nach Gefallen
zu warmen oder kalten BŒdern gebraucht werden können, auch zum Spritz-Topf-Knie-
oder Fussbade angelegt sind."
Eine zeitlang florierte diese Badeanstalt. Sie unterlag jedoch im Konkurrenzkampf, als sich der Badebetrieb in der Fürstenresidenz Putbus im 19. Jahhrundert zu entfalten begann. Schon 1858 war in einem Rügen-Buch zu lesen, dass alle Einrichtungen der Sagarder Badeanstalt verschwunden sind. Gerade weil auch heute am kleinen Bach in der Sagarder Brunnenaue nichts mehr an die Einrichtungen von vor 200 Jahren erinnert, ist dies ein ganz eigenartiger Platz für das Nachdenken über das Woher und Wohin des Badebetriebes auf Rügen.
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