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Aus
dem kleinen Ort mit Schloß und Park
an dem alten Verbindungsweg von Altefähr über Garz nach
Mönchgut wurde in dieser Zeit ein Residenzstädtchen. Erreicht
wurde dies durch die kluge Politik von Wilhelm Malte, Fürst und
Herr zu Putbus (1787-1854).
Er nutzte das immer stärkere Aufkommen des Fremdenverkehrs. Diesen
lenkte er mit der Schaffung von Bade- und übernachtungsmöglichkeiten
sowie kulturellen Angeboten in die unmittelbare Umgebung seines Putbusser
Schlosses und Parkes mit dem Dam- und Rotwildgehege , in dem ihm
ein Denkmal gesetzt wurde.
Badeverkehr und Kultur
In dem an Putbus angrenzenden Neuendorf am Rügischen Bodden
wurde am Anfang des 19. Jahrhunderts eine Möglichkeit zum Baden
in der offenen See geschaffen. Im Jahr 1818 kam es dann zur Eröffnung
eines Badehauses, dem "Friedrich-Wilhelm-Bad" in der Goor bei Lauterbach
.
Damit erhielt der Badeverkehr in Sagard eine
so übermächtige Konkurrenz, daß die Anlagen in der
dortigen Brunnenaue nicht mehr genutzt wurden und schließlich
verfielen. Putbus wurde vorübergehend zum neuen Zentrum des sich
entwickelnden Badeverkehrs auf Rügen. Dabei spielte es auch eine
bedeutende Rolle, daß das Badehaus in der Goor und die nahe
Residenzstadt durch den Hafen in Lauterbach leicht zu erreichen waren
und sich in Putbus ein kulturelles Leben zu entfalten begann. So entstand
in der Zeit von 1819 bis 1821 gegenüber dem Schlosspark
das .
Putbusser Theater

Aufwendig restauriert und 1998 wiedereröffnet erfreut es auch heute noch viele Besucher. Es ist zudem das einzige Theater auf Rügen. Zum Putbusser Kulturangebot gehören heute außer dem Theater die Ausstellungen in der Orangerie sowie im Puppen und Spielzeugmuseum und dem Museum für Uhren und Musikinstrumente.
In überregionaler Weise berühmt wurde das Putbusser Kulturleben
in den 1990er Jahren durch das Rossinifestival im Putbusser Marstall,
doch das ist eine Geschichte ohne Fortsetzung geworden.
Es gehört zu den Putbusser Träumen sich weiter als Kulturhauptstadt
Rügens zu profilieren. Dabei erlebt man neuerdings auf diesem
Gebiet eine verstärkte Konkurrenz der Ostseebäder.
Von der Blütezeit des Putbusser Badebetriebes ist heute noch
das Badehaus in der Goor erhalten geblieben.
Es wurde verkauft und soll jetzt in die Errichtung einer Hotelanlage
eingebunden werden.
Weiße Stadt mit Cirkus
Das Putbusser Theater wurde mit der Hauptfront zur Alleestraße
am Putbusser Park gebaut. Wenn Du von Stralsund über Garz und
Putbus sowie Vilmnitz zur Bäderküste im Osten von Rügen
fährst, dann benutzt Du diese Straße, die zur Deutschen
Alleenstraße gehört.
Von ihr kannst Du auch den bis 1825 angelegten Marktplatz vor dem
Theater entdecken. Rund um diesen Platz entstanden noch im 19. Jahrhundert
repräsentative weiße Gebäude im klassizistischen Stil.
Mit Ausnahme der noch nicht restaurierten Häuser wird Dir diese weiße Farbe auch an anderen Gebäuden entlang der Alleenstraße bis zum Theater und von dort weiter bis zum Cirkus begegnen. Dieser befindet sich nur ein paar hundert Meter vom Theater entfernt. Der Cirkus ist ein runder Platz. Um ihn herum führt eine Straße, an der sich 15 weiße Gebäude befinden.
In der Mitte des Platzes ist ein Obelisk aus Sandstein plaziert worden, der 1845 errichtet wurde und an die Ortsgründung im Jahr 1810 erinnert. Acht breite, strahlenförmige Promenadenwege mit Bäumen führen zum Obelisk und unterteilen die Rasenfläche. Bänke und Weg laden hier zum Verweilen ein. Vom Cirkus führt die Straße nicht nur in Richtung Bäderküste und Stralsund, sondern auch nach Bergen und Lauterbach.
Stadt mit wenigen Einwohnern
Zwar erhielt Putbus im Zuge seiner Entwicklung schon im Jahr 1823 die sogenannte städtische Gerechtigkeit über Handel und Gewerbe, die Stadtrechtsverleihung erfolgte jedoch erst im Jahr 1960. Allerdings sei auch all jenen unter Euch, die eigentlich im Urlaub Städte meiden wollen, ein Aufenthalt in Putbus empfohlen. Die Stadt ist so klein, daß sie mit ihren Grünanlagen und nur 4955 Einwohnern in städtischen Ballungsgebieten fernab von Rügen nur als ein kleiner Fleck mit Erholungswert wahrgenommen werden würde. Die genannte Putbusser Einwohnerzahl bezieht sich auf den 30. Juni 1999. An diesem Tag zählte man in der Gemeinde Ostseebad Binz übrigens 5623 Einwohner.
Allein
das kündet davon, daß Putbus in seiner Entwicklung hinter
der Bäderküste im Osten von Rügen zurûckgeblieben ist.
Das ist jedoch für den Erholungswert des Ortes kein Nachteil,
sondern mag vielleicht auch auf all jene von Euch besonders anziehend
wirken, die dem Trubel entfliehen wollen. Das kann man von Putbus
auch mittels des Rasenden Rolands.
Diese Kleinbahn fährt von Lauterbach über Putbus in die
Ostseebäder.
Siehe auch
Robben im Putbuser Schlossteich
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