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Urlaub
an der Ostsee auf Rügen
Kegelrobben-Projekt gescheitert
News Archiv, Artikel aus dem Jahr 2000
Der
Stralsunder Meeresbiologe Klaus Harder zeigt eine päparierte Kegelrobbe.
Vorbemerkung zum folgenden Artikel:
Nord-Rügen (ur). Der folgende Artikel aus unseren News des Jahres 2000 kündet von einer Situation, die sich grundsätzlich von der des Jahres 2007 unterscheidet, denn auch ohne Ansiedlungsprojekt werden Robben vermehrt vor der Küste von Rügen gesichtet (siehe News vom 26. Januar 2007). Insofern ist der Beitrag immer noch vergleichend interessant.
Wieder
ist ein Projektvorhaben auf Rügen gestorben (Artikeljahr = 2000)
In diesem Fall handelt es sich um die Wiederansiedlung von Kegelrobben.
Sie sollten im Norden der Halbinsel Wittow in einem Uferabschnitt, der
westlich von Varnkevitz beginnt und sich bis nðrdlich von Schwarbe Siedlung
erstreckt, heimisch werden. Das Scheitern des Kegelrobben-Projektes hat
der Umweltminister des Landes Mecklenburg-Vorpommern, Prof. Dr. Wolfgang
Methling (PDS), in einer Stellungnahme "außerordentlich bedauert". Damit
sei "eine einmalige Chance zur Bereicherung der Naturausstattung des Landes
und eine Mðglichkeit des Vertragsnaturschutzes mit den Kutter- und Küstenfischern
Mecklenburg-Vorpommerns vertan" worden, erklärte der Minister am 9. Januar
in Schwerin. Er hätte es durchaus begrò«t, wenn das Symboltier des NDR,
die Robbe, im Lande wieder heimisch geworden wäre.
. "Die abschließende ablehnende Stellungnahme des Landesverbandes der
Kutter- und Küstenfischer zum Kegelrobben-Projekt kann ich nicht nachvollziehen",
sagte Methling und fügte hinzu: "Bereits seit Ende 1997, also lange vor
meiner Amtszeit, wurden mit dem Fischereiverband Gespräche geführt, seit
Ende 1998 waren die Fischer an der Erarbeitung einer Machbarkeitsstudie
zur Wiederansiedlung der Kegelrobbe beteiligt, und es war eine durchaus
positive Haltung zum Projekt zu verspüren. Der plðtzliche Sinneswandel
ist mir unverständlich, zumal den Fischern vom Umweltministerium Ausgleichszahlungen
bei Schäden am Fischereigeschirr und beim Fischfang angeboten wurden.
Da ich mich als Umweltminister aber stets um einen Konsens zwischen Schützern
und Nutzern der Natur bemühe, bin ich letztlich nicht bereit gewesen,
eine Entscheidung gegen den Willen der Kutter- und Küstenfischer zu treffen".
Bedauerlich sei auch, so Umweltminister Methling, "dass durch das Scheitern
des Projektes dem Land 5 Millionen DM und 2 Arbeitsplätze für die Dauer
von 5 Jahren nicht zur Verfügung" stünden.
Der Uferabschnitt, der für das Kegelrobbenprojekt vorgesehen war, gehðrt
zur Gemeinde Altenkirchen. Deren Bürgermeisterin Jutta Sill (Bündnis für
Rügen) bedauerte das Scheitern des Projektes. Dabei verwies sie darauf,
dass sich die Altenkirchener Gemeindevertretung im Oktober des vergangenen
Jahres einstimmig für die Wiederansiedlung von Kegelrobben ausgesprochen
hat. Auch sei sie erfreut darüber gewesen, dass die Einwohner des Ortes
Schwarbe dem Projekt positiv gegenüberstanden, obwohl sie unmittelbar
von der Sperrung des Strandes durch das Kegelrobbenprojekt betroffen gewesen wären. Dass es jetzt nicht zum Ansiedlungsprojekt kommt, sei "schade für
den Tourismus in der Region". Gerade für den immer wieder "gewünschten
sanften und naturverbundenen Tourismus" hätte das "Robbenprojekt große
Bedeutung erlangen kðnnen". Jutta Sill bedauerte, dass sich der Verband
der Kutter- und Küstenfischer "trotz angebotener Ausgleichszahlungen quergestellt"
habe und "nicht wenigstens mit einer Probephase des Projektes einverstanden
war".
Siehe
Robben und Seehunde
auf Rügen
Belohnung bei Fund von Robben und
Walen
Meeresmuseum Stralsund
Walfund und Schwertfisch
im Netz (1999 mit Fotos)

Dieser
Seehund hielt sich von September bis Dezember 1986 an der F‘hrinsel bei
Hiddensee auf (Foto: R. Succow)
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