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Die Photographenmeisterin von Hiddensee
In einer von viel Unzufriedenheit geprägten Welt, sagte im Juni 2000 die 88jährige Ilse Ebel aus Vitte auf der Ostseeinsel Hiddensee lächelnd und voller Überzeugung: "Ich bin zufrieden." Hintergrund dieser Außerung ist kein materieller Wohlstand. Vielmehr lebt sie ganz bescheiden in dem kleinen Fischerdorf, dass sich immer mehr zum Tourismusort mit vielen Tagesgästen und immer mehr länger bleibenden Urlaubern entwickelt hat. Zufriedenheit ist bei Ilse Ebel eine Lebenshaltung, die mit frohem Lebenssinn, freundlichen Umgangsformen und ihrem Beruf zusammenhängt. Mit viel Sinn für die Schönheit der Natur hat sie ihr Hiddensee immer wieder als Fotografin durchstreift: "Mein Beruf hat mir Abwechslung, Verbindung mit Menschen und Freude gebracht gebracht", sagt sie. Ilse Ebel ist Photographenmeisterin. Sie hat die Kunst des Fotografierens schon frühzeitig erlernt, denn mit ihrem Beruf setzte sie die Familientradition fort. Ihr Vater, Max Ebel, unterhielt seit 1928 eine Filiale seines Fotoateliers in Vitte auf Hiddensee. 1938 zog die Familie ganz nach hier. Das Geld verdiente man nicht nur mit Landschaftsfotos und solchen wie sie auch andernorts in Badeorten in der Sommersaison üblich waren. Vielmehr war Hiddensee in der Sommerzeit eine Insel der Stars und Sternchen des öffentlichen Lebens. Nicht nur Max Ebel fotografierte die berühmten Inselgäste, sondern auch seine Tochter Ilse begann schon frühzeitig damit.
Manche der Berühmtheiten lernte sie näher kennen, andere blieben vor allem ein Fotomotiv. Der Dichter Gerhart Hauptmann und die Schauspielerin Asta Nielsen gehörten zu ihnen. Freundschaftlich war die Hiddenseer Fotografin dagegen mit der berühmten Tänzerin Gret Palucca verbunden (1902-1992). Fotos und ein Briefwechsel künden davon. Noch bis zum 31. August sind jetzt 30 ihrer Bilder in der Ausstellung "Palucca auf Hiddensee - Fotos von Ilse Ebel" zu sehen. im Haus am Hügel (Pavillion) zu sehen. Von der engen Verbundenheit der Hiddenseer Photographenmeisterin mit der berühmten Künstlerin Gret Palucca kündet u.a. auch ihr Briefwechsel. Neben sehr viel persönlicher Anteilnahme am beiderseitigen Lebensweg mit dessen Höhen und Tiefen, teilte die Tänzerin der Fotografin auch mit, was sie künstlerisch bewegte. So ist in einem Brief vom 4. November 1969 zu lesen: "Das Bolschoi-Ballett hat mich sehr stark beeindruckt; sie sind technisch ganz phantastisch, und die Männer springen so, wie es ihnen niemand anders nachmachen kann..." Doch "die große Welt" "kam" so nicht nur Post und oder als Gast nach Hiddensee. Auf Einladung von Gret Palucca weilte Ilse Ebel auch selbst in Dresden und lernte dort natürlich auch die Palucca-Schule kennen, die heute die einzige eigenständige Hochschule für Tanz in Deutschland ist. Als deren Studentinnen und Studenten vor kurzem wieder zur Tanzwoche auf Hiddensee weilten, gab es natürlich auch Begegnungen mit Ilse Ebel. Bei einem Wiedersehen in jenen Tagen verdeutlichte die Photographenmeisterin, wie rege sie auch weiterhin an allem Anteil nimmt. Ilse Ebel fühlt sich wohl auf Hiddensee. Aber es sollte nicht noch mehr gebaut werden, sagte sie: "Der Reiz der Insel geht sonst immer mehr verloren." (redaktion@Kreidefelsen.de) Fotogalerie
Galerie mit Fotografien von Ilse Ebel
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